Zurück zum Blog

Schleppen, tauschen, prüfen lassen – wer mit Gasflaschen campt, kennt den Aufwand. Eine Technologie macht das komplett überflüssig: das Diesel-Kochfeld. Wie es funktioniert, für wen es sich lohnt – und warum Nordreisende es lieben.

Das Problem: Gasflaschen im Camper nerven – und kosten

Wer regelmäßig mit dem Wohnmobil oder Campervan unterwegs ist, kennt die kleinen Ärgernisse, die sich mit der Zeit zu echten Frustmomenten summieren:

  • Die Gasflasche ist leer – mitten auf dem Stellplatz, abends, kurz vor dem Abendessen.
  • Die nächste Tauschstation ist 30 Kilometer entfernt – oder führt eine andere Flaschengröße.
  • Auf der Fähre nach Skandinavien gibt es Restriktionen für Druckgas an Bord.
  • Alle zwei Jahre muss die Gasanlage geprüft werden – Pflicht in Deutschland, Kosten: rund 70 € alle zwei Jahre.
  • Die volle 11-kg-Propanflasche wiegt mit Ventil und Halterung 18–22 kg – Zuladung, die in vielen Ausbauten fehlt.

Was wäre, wenn das alles wegfallen würde? Genau das verspricht das Diesel-Kochfeld – und es hält, was es verspricht.

Was ist ein Diesel-Kochfeld?

Ein Diesel-Kochfeld ist ein fest eingebautes Kochgerät, das seinen Brennstoff direkt aus dem Fahrzeugtank bezieht – aus demselben Diesel, mit dem auch der Motor läuft. Kein zweiter Tank, kein separater Kraftstoff, keine Flasche.

Die Technik dahinter ist eine Verdampfungsheizung: Diesel wird in einer geschlossenen Brennkammer verbrannt. Die entstehende Hitze wird über eine Keramikoberfläche an den Topf weitergegeben. Die Abgase werden vollständig nach außen abgeführt – wie bei einer Standheizung.

Das Ergebnis: keine offene Flamme, kein Gasgeruch, kein Druckbehälter an Bord. Und trotzdem volle Kochleistung.

Diesel-Kochfeld vs. Gas vs. Induktion – kurz erklärt: Gas-Kocher: offene Flamme, Druckgas aus Flasche, Prüfpflicht alle 2 Jahre. Diesel-Kochfeld: geschlossene Verbrennung, Kraftstoff aus Fahrzeugtank, kein Druckbehälter. Induktion: kein Verbrenner, aber 1.500–3.500 W Stromverbrauch – bei bewölktem Wetter oft nicht realisierbar.

Der Wallas 1200 D – Technik und Leistung

Das bekannteste Diesel-Kochfeld für Camper ist das Wallas 1200 D aus Finnland. Der Hersteller Wallas-Marin entwickelt diese Technologie seit Jahrzehnten – ursprünglich für Boote in den nordischen Gewässern, heute auch für Wohnmobile, Campervans und Expeditionsfahrzeuge.

Eigenschaft Wallas 1200 D
Leistung 1.000–2.200 W (2,2 kW), regelbar in 6 Stufen
Brennstoff Diesel (aus dem Fahrzeugtank)
Verbrauch (Diesel) 0,1–0,22 Liter pro Stunde
Stromverbrauch 0,37–0,55 A bei 12 V DC (ca. 4–7 Watt)
Abmessungen 460 × 210 × 120 mm
Gewicht 6,3 kg
Kochfläche Keramik, 2 Zonen (links kochen, rechts simmern)
Wasser kochen 1 Liter in ca. 10 Minuten
Anlaufzeit Ca. 4–5 Minuten bis zur vollen Leistung
Betriebsspannung 12 V DC
Zertifizierungen ISO, CE, Made in Finland
Garantie 2 + 1 Jahre

Der Stromverbrauch beträgt nur 4–7 Watt – kaum mehr als eine LED-Lampe. Die eigentliche Kochenergie kommt aus dem Diesel, nicht aus der Batterie.

Die Vorteile im Überblick

Kein Gas mehr an Bord

Mit dem Wallas 1200 D entfällt die Gasflasche komplett. Keine Prüfpflicht alle zwei Jahre (Ersparnis: ca. 70 € alle 2 Jahre), keine Druckbehälter-Logistik, keine Adapter für ausländische Flaschen, keine Fähren-Restriktionen.

Erhebliche Gewichtsersparnis

Eine volle 11-kg-Gasflasche wiegt mit Ventil, Halterung und Schlauch schnell 18–22 kg. Das Wallas-Kochfeld wiegt 6,3 kg – und das ist alles. Für Kastenwagen-Ausbauten mit knapper Zuladung ein echter Unterschied.

Sicherheit durch geschlossene Verbrennung

Es gibt keine offene Flamme. Die Verbrennung findet in einer geschlossenen Kammer statt, die Abgase werden vollständig nach außen geführt. Kein Gasgeruch, kein Leckage-Risiko, keine Druckgasgefahr.

Kochen unabhängig von der Batterie

Während ein Induktionskochfeld 1.500–3.500 Watt aus der Batterie zieht, benötigt der Wallas-Brenner nur 4–7 Watt elektrisch. Kochen ist immer möglich – auch nach tagelang bewölktem Wetter.

Langfristig wirtschaftlich

Der Kaufpreis liegt über einer einfachen Gasinstallation. Aber: keine Flaschenleihgebühr, kein Tausch, keine Prüfkosten. In Kombination mit den eingesparten Gasprüfungen rechnet sich die Investition nach wenigen Jahren.


Besonders gefragt: Nordreisen und winterliche Touren

Wer in Skandinavien, auf Island oder in Schottland unterwegs ist, steht vor einem physikalischen Problem. Die Sonneneinstrahlung ist deutlich geringer als in Mitteleuropa – Solarpanels liefern entsprechend weniger Strom. An bewölkten Tagen lädt die Batterie kaum nach.

Wer dann mit Induktion kocht, entlädt die Bordbatterie innerhalb weniger Minuten. Wer ein Diesel-Kochfeld hat, kocht einfach weiter.

Warum Diesel-Kochen im Norden besonders Sinn macht: Solarpanels produzieren im Norden (Oktober–März) oft nur 10–20 % ihrer Nennleistung. Induktionskochen entlädt eine 200-Ah-Batterie in unter einer Stunde. Das Wallas-Kochfeld benötigt nur 4–7 Watt elektrisch – kein spürbarer Batterie-Verbrauch. Diesel ist in Skandinavien überall verfügbar – mit dem Tanken ist der Kocher automatisch versorgt.

Wallas stammt aus Finnland und hat diese Technologie in einem Klima entwickelt, in dem robuste, energieeffiziente Lösungen keine Kür sind, sondern Pflicht.

Für wen lohnt sich das Diesel-Kochfeld?

Das Wallas 1200 D ist besonders interessant für:

  • Vielreisende, die mehrere Wochen oder ganzjährig unterwegs sind
  • Camper, die gerne in nördliche Regionen oder im Winter reisen
  • Fahrzeuge mit begrenzter Zuladung (Kastenwagen, Sprinter, Bulli)
  • Alle, die möglichst autark unterwegs sein wollen
  • Camper, die regelmäßig Fähren nutzen (Skandinavien, Griechenland, UK)
  • Fahrzeuge mit vorhandener Diesel-Standheizung – die Voraussetzungen sind ähnlich

Für Gelegenheitscamper auf gut ausgestatteten Campingplätzen ist eine Gas- oder Induktionslösung wirtschaftlich sinnvoller.

Installation – was ihr wissen müsst

Das Wallas 1200 D wird fest eingebaut – vergleichbar mit einer Diesel-Standheizung:

  • Kraftstoffleitung: Anschluss an den Fahrzeugtank über eine kleine Pumpe
  • Abgasführung: Abgasrohr nach außen
  • Stromanschluss: 12 V DC, 0,37–0,55 A – direkt an die Bordbatterie
  • Einbaumaß: 460 × 210 × 120 mm

Der Einbau sollte von einem erfahrenen Fahrzeugausbauer durchgeführt werden. Als autorisierter Wallas-Distributor für Deutschland berät PUNDMANN bei der Planung und vermittelt auf Wunsch geeignete Einbaupartner.

Fazit

Das Diesel-Kochfeld ist eine ausgereifte, in Jahrzehnten bewährte Technologie – für autarkes Reisen, Nordtouren und Fahrzeuge mit begrenzter Zuladung schlicht unschlagbar. Das Wallas 1200 D liefert 2,2 kW Leistung, keramische Kochfläche, einfache Bedienung und einen Stromverbrauch, der kaum ins Gewicht fällt.

Und den vielleicht entscheidenden Vorteil: Ihr tankt den Kocher einfach mit – jedes Mal, wenn ihr tankt.


PUNDMANN GmbH ist autorisierter Wallas-Distributor für Deutschland. Für Beratung und Bezug: m.herbst@pundmann.de